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Erzählungen
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Business as usual
Eine Stunde warte ich nun schon auf den Gouverneur von Nasarawa, einem Bundesstaat Nigerias. Um mit ihm über das große deutsche Regionalentwicklungsprogramm zu sprechen. Finanzdienstleistungen sollen Kleingewerbetreibenden Investitionen erleichtern. Ausbildungsgänge werden die Qualität der Produkte und Dienstleistungen erhöhen. Ein umfassendes Beratungspaket mit einer Vielzahl von möglichen Inputs kann maßgeschneidert auf Herausforderungen der Kleinbetriebe reagieren. Im…
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First Contact
Das Ethnologie-Grundstudium liegt hinter, die verriegelte Tür des Jumbos vor mir. Auf der anderen Seite der Tür: Nairobi, Millionen-Moloch, wild und unberechenbar. Mein erster Kontakt mit Afrika! Für eine Nacht habe ich ein Hotel gebucht. Danach: Schauen, Eintauchen. Wird schon gut gehen, oder? Eine Schweißperle läuft meine Stirn hinunter. Ich wische sie weg. Meine Anspannung…
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Maurische Nachtschicht
Der beige Flachbau duckt sich vor der mauretanischen Abendsonne. Winzige Fenster halten die Hitze draußen. In den Beeten haben nur ein paar Kakteen überlebt. Ich sitze unter einer Markise im Hof und greife im Minutentakt zum Wasserglas. Beim Absetzen fällt mein Blick auf den Notizblock. „Schwache Organisation. Probleme bei Fortbildungen. Schleppende Kreditrückzahlung.“ Gleich werde ich…
Anekdoten und Miniaturen
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Knocking on a dead man’s door
Die letzte Woche war mörderisch.13 Verbände habe ich besucht.13-mal habe ich stundenlang telefoniert, bis die Teilnehmer für das Training zusammen waren.13-mal habe ich sie in der Nutzung des neu aufgebauten Internetportals geschult.Dazu kamen endlose Staus bei der An- und Rückfahrt, kollabierende Internetverbindungen und dröhnende Klimaanlagen – das volle Programm! Jetzt ist Sonntagmorgen, sieben Uhr. Einige…
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Zwei sehen rot
Workshopbeginn ist um 8.30 Uhr.Es fehlt: Thiongo, ein Animateur. „Na gut, dann fangen wir einfach schon mal an“, sagt Gabi, unsere Moderatorin, und legt los – routiniert, wie man das eben macht, wenn Zeitpläne und Realität noch nicht ganz zusammenfinden wollen. Die erste Gruppenarbeit ist für 9.00 Uhr angesetzt.Es fehlt: Thiongo. „Okay, dann muss eine…
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Anpfiff am Fluss
Unten am Fluss, ganz in der Nähe der großen Brücke, liegt der berüchtigtste Kreisel von Niamey.Bis zum 20. jeden Monats geht alles noch. Die mit deutschen Geldern ausgebildeten Verkehrspolizisten lassen die kleinen Fische in Ruhe. In ihren martialischen Uniformen lehnen sie lässig an den importierten BMW-Motorrädern und warten auf große Beute – vor allem auf…
Reflexionen
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Warum klappt das denn alles nicht?
Teil 2: Der Medieneffekt Warum schlechte Nachrichten regieren (und gute keine Chance haben) Die häufigste Erklärung dafür, warum Entwicklungszusammenarbeit angeblich „nichts bringt“, lautet:„Man sieht ja nie etwas davon.“ Und tatsächlich: Wer sich ausschließlich über Nachrichten informiert, bekommt ein Weltbild präsentiert, in dem alles gleichzeitig brennt, hungert, kollabiert oder scheitert. Die Welt erscheint als globales Katastrophengebiet…
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Warum klappt das denn alles nicht?
Teil 1: Klappt das wirklich alles nicht? Folgende Frage taucht verlässlich auf, sobald über Entwicklungszusammenarbeit gesprochen wird:„Warum funktioniert das alles nicht? Wir investieren doch seit Jahrzehnten so viel Geld!“ Als Antwort darauf möchte ich eine Reihe provokativ formulierter Essays veröffentlichen – in der Hoffnung auf engagierte Diskussionen. Teil 1: Klappt das wirklich alles nicht? Fallbeispiel…
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Wie fühlt es sich an?
„Hallo, ihr da unten. Wir meinen es gut. Wir sind gekommen, um euch zu entwickeln.“ Wie würde ich mich fühlen, wenn jemand mit dieser Haltung zu mir käme? Wie würdest du das finden? Einfach mal als Gedankenspiel: Ein Rolls-Royce hält vor deinem Haus. Scheichs steigen aus. Um dir ihre teuren Gewänder leisten zu können, müsstest…
Geht doch!
Wenn Entwicklungszusammenarbeit Sinn und Spaß macht.
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Angepasste Technologie für alle
Wir befinden uns in den Jahren vor der Jahrtausendwende. Mitten in Afrika, weit entfernt von der nächsten Stadt, steht jemand vor einem technischen Problem. Kann man sich in einer solchen Situation einfach an einen Frage-und-Antwort-Dienst wenden? Und erhält man dort tatsächlich fundierte Informationen und persönliche Unterstützung? Jahre vor der Erfindung des Internets? Jahrzehnte vor dem…
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Vom kleinen Silberschmied zum Exportproduzenten mit eigenem Label – geht das?
Du kennst das: In einem fernen Land stößt du auf großartige Produkte.Ein aus Aludosen gefertigtes Spielzeugflugzeug. Selbst hergestellte Bio-Kosmetik, deren Duft dich in Tausendundeine Nacht entführt. Handgewebte Seidenschals in allen Farben der Welt – so weich, dass du sie gar nicht mehr loslassen willst. Du bist geflasht. Und doch bleibt ein Beigeschmack: Die Hersteller leben…
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Neue Wege
„Herzlich willkommen! Schön, dass ihr noch kommt“, meint Usha und zupft an ihrem prächtigen orange-roten Sari. Ihr Lächeln lässt mein schlechtes Gewissen in einer Sekunde implodieren. Für 15 Uhr war der Besuch unseres Evaluierungsteams angekündigt worden – nun ist es 17.30 Uhr.Weil das Besuchsprogramm der Kleinprojekte in Ostindien ohnehin viel zu dicht war.Weil es hier…
So nicht!
Wo es in der Zusammenarbeit knirscht und klemmt.
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Der innere Teufelskreis der EZ. Teil 6: Frust und Fluktuation
Wenn das Geld knapper wird, weniger Personal da ist, kaum noch Zeit für Wesentliches bleibt und man zudem permanent kontrolliert wird, dann reicht es irgendwann. Der folgende Beitrag benennt Beispiele für diese Entwicklung. „Drei Tage habe ich mich nun mit dem neuen Projektantrag herumquälen müssen.“ Der kenianische Landesleiter lehnt sich müde zurück. Vor ihm liegt…
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Der innere Teufelskreis der EZ – Teil 5: Wortgeklingel und Bluff
Wenn mit immer weniger Finanzmitteln und Personal immer mehr erreicht werden soll, beginnt ein Verdrängungswettbewerb. In solchen Situationen bleibt immer weniger Zeit für sorgfältige Verbesserungen oder echte Gespräche mit den Betroffenen. Stattdessen rückt etwas anderes in den Vordergrund: gut dastehen, überzeugen, bestehen – als Organisation, aber auch als Einzelperson auf umkämpften Positionen. Manchmal zeigt sich…
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Der innere Teufelskreis der EZ – Teil 4: Druck und Kontrolle
Weniger Geld. Weniger Personal. Und gleichzeitig der wachsende Druck, Ergebnisse nachzuweisen und jeden Euro zu rechtfertigen. Was daraus entsteht, zeigt sich oft in kleinen Szenen wie dieser: „Können Sie mir diese Ausgabe noch einmal erklären?“ Der Programmleiter schaut auf die geöffnete E-Mail. Es geht um umgerechnet 38 Euro. Transportkosten für Material, sauber belegt, längst verbucht.…
Bilder und ihre Geschichten
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Trost am Abend
Wer von knallharten Einsätzen „im Feld“ zurückkommt, schätzt solche Abende am Niger. Es wird kühler. Ein Sundowner hilft loszulassen. Die…
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Nebenan
Bei Evaluierungen schaue ich immer gerne nach nebenan, dorthin, wo ich eigentlich nicht hinschauen sollte. In unvorbereitete Plätze. Für diese…
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Absurdistan
Ein Spielplatz für Goldminenkinder, finanziert aus Projektmitteln. Wohl schnell aufgebaut für den Evaluierer. Die Schaukeln fehlen noch, würden aber „morgen“…
