Das Foto zeigt die Bio-Baumwollbäuerinnen bei einem Feldbesuch bei über 40 Grad

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Erzählungen

  • Fragen, Termiten und Monsteraffen

    (Letzer Teil der Erzählungen über den Besuch eines Agrarforschungsprojekts in Kakamega Forest, einem Regenwald im Westen Kenias). Warum ist der Kakamega-Regenwald auf ein Zehntel geschrumpft?Bernd und seine Forschertruppe suchen nach den Ursachen. Mitten im Urwald sind windschiefe Hütten ihr Heim, Urwaldriesen ihre Brüder und Schwestern. Auf der Lichtung teilen sich Termiten und Waldameisen die Hoheitsrechte.…

  • Meal in a mud hut

    (Teil 3 der Erzählungen über den Besuch eines Agrarforschungsprojekts in Kakamega Forest, einem Regenwald im Westen Kenias). Mit anhaltendem Gurgeln sendet mein Magen Warnsignale aus.„Gibt es eine Imbissbude?“, frage ich Kovu, den Wächter.„Hakuna! – Gibt es nicht!“, lautet die Antwort.Einen Maisgrill? „Hakuna!“Einen Kiosk? „Hakuna!“Ich schweige – unterzuckert. „Kuna mpishi hapa – es gibt hier einen…

  • Affentheater

    (Teil 2 der Erzählungen über den Besuch eines Agrarforschungsprojekts in Kakamega Forest, einem Regenwald im Westen Kenias). Nach ein paar Stunden Fußmarsch erreiche ich das Forsthaus. Andere sehen darin nur einen schlichten Flachbau – unten Stein, oben Holz. Ich aber sehe einen Palast. Das Dach über der Veranda wirkt wie eine schützende Hand; die rötlich…

  • Knocking on a dead man’s door

    Die letzte Woche war mörderisch.13 Verbände habe ich besucht.13-mal habe ich stundenlang telefoniert, bis die Teilnehmer für das Training zusammen waren.13-mal habe ich sie in der Nutzung des neu aufgebauten Internetportals geschult.Dazu kamen endlose Staus bei der An- und Rückfahrt, kollabierende Internetverbindungen und dröhnende Klimaanlagen – das volle Programm! Jetzt ist Sonntagmorgen, sieben Uhr. Einige…

  • Zwei sehen rot

    Workshopbeginn ist um 8.30 Uhr.Es fehlt: Thiongo, ein Animateur. „Na gut, dann fangen wir einfach schon mal an“, sagt Gabi, unsere Moderatorin, und legt los – routiniert, wie man das eben macht, wenn Zeitpläne und Realität noch nicht ganz zusammenfinden wollen. Die erste Gruppenarbeit ist für 9.00 Uhr angesetzt.Es fehlt: Thiongo. „Okay, dann muss eine…

  • Anpfiff am Fluss

    Unten am Fluss, ganz in der Nähe der großen Brücke, liegt der berüchtigtste Kreisel von Niamey.Bis zum 20. jeden Monats geht alles noch. Die mit deutschen Geldern ausgebildeten Verkehrspolizisten lassen die kleinen Fische in Ruhe. In ihren martialischen Uniformen lehnen sie lässig an den importierten BMW-Motorrädern und warten auf große Beute – vor allem auf…

  • Warum klappt das denn alles nicht?

    Teil 2: Der Medieneffekt Warum schlechte Nachrichten regieren (und gute keine Chance haben) Die häufigste Erklärung dafür, warum Entwicklungszusammenarbeit angeblich „nichts bringt“, lautet:„Man sieht ja nie etwas davon.“ Und tatsächlich: Wer sich ausschließlich über Nachrichten informiert, bekommt ein Weltbild präsentiert, in dem alles gleichzeitig brennt, hungert, kollabiert oder scheitert. Die Welt erscheint als globales Katastrophengebiet…

  • Warum klappt das denn alles nicht?

    Teil 1: Klappt das wirklich alles nicht? Folgende Frage taucht verlässlich auf, sobald über Entwicklungszusammenarbeit gesprochen wird:„Warum funktioniert das alles nicht? Wir investieren doch seit Jahrzehnten so viel Geld!“ Als Antwort darauf möchte ich eine Reihe provokativ formulierter Essays veröffentlichen – in der Hoffnung auf engagierte Diskussionen. Teil 1: Klappt das wirklich alles nicht? Fallbeispiel…

  • Wie fühlt es sich an?

    „Hallo, ihr da unten. Wir meinen es gut. Wir sind gekommen, um euch zu entwickeln.“ Wie würde ich mich fühlen, wenn jemand mit dieser Haltung zu mir käme? Wie würdest du das finden? Einfach mal als Gedankenspiel: Ein Rolls-Royce hält vor deinem Haus. Scheichs steigen aus. Um dir ihre teuren Gewänder leisten zu können, müsstest…

Wenn Entwicklungszusammenarbeit Sinn und Spaß macht.

  • Angepasste Technologie für alle

    Wir befinden uns in den Jahren vor der Jahrtausendwende. Mitten in Afrika, weit entfernt von der nächsten Stadt, steht jemand vor einem technischen Problem. Kann man sich in einer solchen Situation einfach an einen Frage-und-Antwort-Dienst wenden? Und erhält man dort tatsächlich fundierte Informationen und persönliche Unterstützung? Jahre vor der Erfindung des Internets? Jahrzehnte vor dem…

  • Vom kleinen Silberschmied zum Exportproduzenten mit eigenem Label – geht das?

    Du kennst das: In einem fernen Land stößt du auf großartige Produkte.Ein aus Aludosen gefertigtes Spielzeugflugzeug. Selbst hergestellte Bio-Kosmetik, deren Duft dich in Tausendundeine Nacht entführt. Handgewebte Seidenschals in allen Farben der Welt – so weich, dass du sie gar nicht mehr loslassen willst. Du bist geflasht. Und doch bleibt ein Beigeschmack: Die Hersteller leben…

  • Neue Wege

    „Herzlich willkommen! Schön, dass ihr noch kommt“, meint Usha und zupft an ihrem prächtigen orange-roten Sari. Ihr Lächeln lässt mein schlechtes Gewissen in einer Sekunde implodieren. Für 15 Uhr war der Besuch unseres Evaluierungsteams angekündigt worden – nun ist es 17.30 Uhr.Weil das Besuchsprogramm der Kleinprojekte in Ostindien ohnehin viel zu dicht war.Weil es hier…

Wo es in der Zusammenarbeit knirscht und klemmt.

  • Schneller, kürzer, mehr – funktioniert das?

    Die Ziele der Entwicklungszusammenarbeit werden ambitionierter.Die Aufgaben komplexer.Gleichzeitig werden Projekte und Beratungen immer kürzer. Angesichts der enormen Herausforderungen der Partnerländer – Kriege, Klimawandel, Migration, Radikalisierung – sollten wir innehalten. Uns Zeit nehmen. Einen ehrlichen Dialog führen und langfristig kooperieren. Stattdessen rasen wir an unseren Partnern vorbei.Im Turbo. Mit digitaler Schallgeschwindigkeit. Ein, zwei Tage – und…

  • So nicht: Kürzungen

    Ruanda: Fahren am Limit Die Piste ist eine Schlammschlacht. Der Toyota schlingert, rutscht, kracht. Baumstämme kommen bedrohlich nah. Projektleiter Tom reißt das Steuer herum – gerade noch mal gut gegangen.„Warum habt ihr keinen Geländewagen?“, frage ich.„Kein Geld!“, knurrt er. Die Stoßdämpfer? „Am Arsch.“Das Budget für Wartung? „Null.“Jede Schlaglochfahrt wird zur Tortur – und zum Symbol:…

  • Von ganz weit oben

    Neun Stunden dauert der Flug von Frankfurt nach Nairobi. Die ersten Stunden habe ich mit der Vorbereitung des Einsatzes verbracht. Habe mir die 15 kenianischen Beratungsfirmen für Kleinunternehmen noch einmal genauer angeschaut. Mein Ordner hat sich mit Notizen gefüllt. Im Computer habe ich bereits Beratungskonzepte gesammelt, damit die Beratungsfirmen nachfrageorientiert auf die Wünsche der Kleinunternehmen…

  • On the road again

    On the road again

    Vom 10. bis zum 24. November 2014 war ich im Osten und Südosten Indiens unterwegs. Mein Auftrag bestand darin, Trainingsmaßnahmen…

  • Streetfood

    Streetfood

    In zahlreichen Ländern arbeitete ich im Bereich der Nahrungsmittelverarbeitung. Das klingt zunächst abstrakt, ist vor Ort jedoch jedes Mal ein…

  • Training in anderen Welten

    Training in anderen Welten

    Für eine Online-Schulung in einem digitalen Vermarktungsportal braucht man eigentlich nicht viel: etwas Strom – und ein halbwegs stabiles Internet.…