Das eigene Ding

Die Betreiberin sitzt neben ihrem Friseursalon und unterhält sich mit einer jungen Frau, die selbst hergestelltes „Fingerfood“ am Straßenrand verkauft

„Eines Tages, wenn ich genug gespart habe, dann mache ich meinen eigenen Laden auf!“
Wie oft ich das wohl in Interviews gehört habe? Hundertmal? Oder gar Tausendmal?
Außenstehende sehen auf dem Foto vielleicht nur eine Bude mit hässlichem Wellblech. Im Bereich Werbung für die angebotenen Dienstleistungen sehen sie vermutlich noch „viel Luft nach oben.“
Ich sehe einen verwirklichten Traum: Ein eigenes Standbein. Eigenes Geld. Geld für die Kinder. Unabhängigkeit von den nicht immer pflegeleichten Patronen der Familie.
Die Betreiberin sitzt neben ihrem Friseursalon und unterhält sich mit einer jungen Frau, die selbst hergestelltes „Fingerfood“ am Straßenrand verkauft: Bällchen aus Mais- oder Hirsemehl, frittierte Kassava- und Yamswurzeln sowie Kochbananen, vielleicht gibt es selbstgemachte Tomatensauce dazu. Wenn es regnet, muss sie unter das kleine Dach im Eck flüchten. In der Hitze Westafrikas verdirbt die Ware schnell.
„Eines Tages, wenn ich genug gespart habe, dann mache ich meinen eigenen Laden auf!“, sagt sie vielleicht gerade.

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