
„Entwicklungshilfe“ stand auf dem Etikett, als ich 1989 meinen ersten Einsatz in Afrika hatte. „Entwicklungszusammenarbeit“ hieß es später, als ich auch in Asien und in der Karibik tätig war.
Beide Begriffe sind Etiketten. Sie sind von meinen Erinnerungskisten abgefallen. Vergilbte Notizzettel ragen aus ihnen heraus. Ich fange an, zu wühlen. Wie Perlen blinken Anekdoten auf. Afrikanische Blue Notes vermischen sich mit Steel-Drums der Karibik und indischen Sitar-Klängen. Schatten-Schicksale drängen nach vorne. Aber auch das Lachen und die Wärme der Menschen, die ich traf.
Darüber möchte ich berichten – in Erzählungen, Anekdoten und Reflexionen über das, was gut und schlecht läuft in der Entwicklungszusammenarbeit.
Ich freue mich auf eure Rückmeldungen!
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Business as usual
Eine Stunde warte ich nun schon auf den Gouverneur von Nasarawa, einem Bundesstaat Nigerias. Um mit ihm über das große deutsche Regionalentwicklungsprogramm zu sprechen. Finanzdienstleistungen sollen Kleingewerbetreibenden Investitionen erleichtern. Ausbildungsgänge werden die Qualität der Produkte und Dienstleistungen erhöhen. Ein umfassendes Beratungspaket mit einer Vielzahl von möglichen Inputs kann maßgeschneidert auf Herausforderungen der Kleinbetriebe reagieren. Im…
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Knocking on a dead man’s door
Die letzte Woche war mörderisch.13 Verbände habe ich besucht.13-mal habe ich stundenlang telefoniert, bis die Teilnehmer für das Training zusammen waren.13-mal habe ich sie in der Nutzung des neu aufgebauten Internetportals geschult.Dazu kamen endlose Staus bei der An- und Rückfahrt, kollabierende Internetverbindungen und dröhnende Klimaanlagen – das volle Programm! Jetzt ist Sonntagmorgen, sieben Uhr. Einige…
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Warum klappt das denn alles nicht?
Teil 2: Der Medieneffekt Warum schlechte Nachrichten regieren (und gute keine Chance haben) Die häufigste Erklärung dafür, warum Entwicklungszusammenarbeit angeblich „nichts bringt“, lautet:„Man sieht ja nie etwas davon.“ Und tatsächlich: Wer sich ausschließlich über Nachrichten informiert, bekommt ein Weltbild präsentiert, in dem alles gleichzeitig brennt, hungert, kollabiert oder scheitert. Die Welt erscheint als globales Katastrophengebiet…
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Angepasste Technologie für alle
Wir befinden uns in den Jahren vor der Jahrtausendwende. Mitten in Afrika, weit entfernt von der nächsten Stadt, steht jemand vor einem technischen Problem. Kann man sich in einer solchen Situation einfach an einen Frage-und-Antwort-Dienst wenden? Und erhält man dort tatsächlich fundierte Informationen und persönliche Unterstützung? Jahre vor der Erfindung des Internets? Jahrzehnte vor dem…
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Der innere Teufelskreis der EZ. Teil 6: Frust und Fluktuation
Wenn das Geld knapper wird, weniger Personal da ist, kaum noch Zeit für Wesentliches bleibt und man zudem permanent kontrolliert wird, dann reicht es irgendwann. Der folgende Beitrag benennt Beispiele für diese Entwicklung. „Drei Tage habe ich mich nun mit dem neuen Projektantrag herumquälen müssen.“ Der kenianische Landesleiter lehnt sich müde zurück. Vor ihm liegt…
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Trost am Abend

Wer von knallharten Einsätzen „im Feld“ zurückkommt, schätzt solche Abende am Niger. Es wird kühler. Ein Sundowner hilft loszulassen. Die…